Website von Henning Schramm
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Ohne Freiheit, Gerechtigkeit, Solidarität und Demokratie kein gutes Leben!
"Wenn wir Neues schaffen wollen, müssen wir uns von dem bloß passiv-betrachtenden Denken, dem Zukunft fremd ist, lösen. Wir müssen den Willen zum Verändern der Welt,in der wir leben auf-bringen und den Mut haben, unser Wissen und Denken auf die noch ungewordene Zukunft ausrichten."
(aus: GUTES LEBEN, S. 330)

Das Buch über Olympe de Gouges und die Französische Revolution

'Warum nicht die Wahrheit sagen'

ist jetzt auch zum günstigen Preis von nur 4,99€ als E-Book erhältlich.

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(Käthe Kollwitz)

 

Die rechtsradikalen Umtriebe bleiben, wie Halle wieder einmal in aller Brutalität gezeigt hat, aktuell und explosiv.

Lesen Sie zu dieser Thematik meinen Roman 
     FLAMMENBILDER

und den Essay

Mehr Mut braucht die Gesellschaft.

 

Als Literatur zu dieser Thematik empfehle ich auch Madeleine Albright: Faschismus. Eine Warnung.

(Eine kurze Buch-besprechung finden Sie hier unter Buchbesprechungen.)

Banken-crash und Finanzkrise

2008

 

 

 

Es ist jetzt über 10 Jahre her, dass die Finanzkrise die Welt erschütterte ... und wie wenig ist seither passiert.

Zu diesem denkwürdigen Geschehen von damals möchte ich Sie an meinen Roman Paula M. erinnern, in dem ich, so die Wetter-auer Zeitung vom 1. 12. 2012, "einen sezierenden Blick auf die Gesellschaft und ihre Eliten werfe, die die Welt im Jahr 2008 in eine wirtschaftliche Kata-strophe geführt haben. In den Personen spiegeln sich die existenziellen Anfecht-ungen und Herausfor-derungen der Menschen in einer von ökonomischen Interessen überlagerten Welt..."

Weiter empfehle ich dazu meinen Essay: Demokratischer Marktsozialismus. Ansätze zu einer bedürnisorientierten sozialen Ökonomie.

 

Theodor W. Adorno in Frankfurt bei einem Vortrag im Studierenden Haus im Jahr 1968.

Anlässlich des Jubiläums 50 Jahre 1968er

empfehle ich Ihnen/Euch als Lekture meinen Essay:
Wirkungsgeschichte und politische Rezeption der Kritischen Theorie in den 60er Jahren.

 

'Infodemie'

Von seinem Amtsantritt am 20. Januar 2017 bis zu den Wahlen am 3. 11. 2020 hat Donald Trump mehr als 22.000  irreführende oder falsche Behauptungen und Lügen auf seinem 'Lügen-Konto' angehäuft (Washington Post).

Besuchen Sie auch meine Autorenseite Henning Schramm  auf Facebook. Ich würde mich freuen, wenn sie Ihnen gefällt.

Ich bedanke mich über das rege Interesse an meiner Homepage mit jetzt über 200.000 Besucherinnen und Besuchern.

Vorwort zu 'GUTES LEBEN von Henning Schramm

Unser Leben ist stark geprägt von einer imperialen Lebensweise[1]. Imperial im umfassenden Sinn von: sich die Erde, die Natur, andere Völker, andere Menschen untertan machen. Herrschen, beherrschen, durchsetzen – nicht solidarisch teilen und kooperieren. Der unverhältnismäßige Ressourcenverbrauch, der Klimawandel, die Konsum- und Produktionsmuster, die Ausbeutung der Natur und der Menschen, die Widersprüchlichkeiten aktueller Lebensformen und die von Kapitalinteressen geformte Ökonomie verhindern vielerorts gutes Leben. Dies fordert uns heraus, die Frage, was gutes Leben bedeutet und die Bedingungen für gutes Leben neu zu denken. Im Mittelpunkt der dem Buch zugrunde liegenden Überlegungen steht neben der subjektiven Frage nach gutem Leben, wie sie sich jedem individuellen Leben stellt, somit auch die Frage nach den Voraussetzungen und Bedingungen einer Transformation von einer imperialen hin zu einer sorgenden Lebensform – einer Gesellschaftsform also, in der gutes Leben für alle möglich ist.

Leben erscheint im Alltag als eine Abfolge unvermeidlicher, banaler Dinge. Leben ist etwas, um das man sich kümmert, jeden Tag von Neuem. An schlechten Tagen empfindet man seinen Körper als bloß funktionierende Existenz, als bloße Anwesenheit in einem Gesamtgefüge, dem man sich anzupassen hat. Aber der Mensch existiert nicht nur reaktiv durch äußere Einflüsse gelenkt oder durch innere Triebe bestimmt, sondern hat Gefühle, Willen, Leidenschaften, Vernunft, Ideen und Wissensdurst. Er strebt über die reine Existenz hinaus nach Gestaltung seines Daseins, nach Erfüllung seiner Bedürfnisse und seines Wesens. Das macht das Leben schön und spannend und hebt den Homo sapiens über die ihn umgebende Natur hinaus.

Das alltägliche Leben im Beruf, in der Familie, im Bekannten- und Freundeskreis ist von Begrifflich-keiten wie Freiheit, Willensfreiheit, Gerechtigkeit, Fairness, Solidarität, Respekt, Selbstachtung, Würde, Sexualität, Liebe, Tod, Hoffnung durchsetzt. Nicht immer explizit zur Sprache gebracht, aber doch häufig implizit gemeint, gedacht, empfunden und erhofft. Diese Themen besitzen Relevanz nicht nur in der Routine und Enge des Alltagslebens, sondern beherrschen auch die Kunst, die Literatur, den Film und die Malerei, erweitert durch den Blickwinkel des Kampfes des Menschen mit seinem Schicksal, mit der Gesellschaft, seinem Verhältnis zur Natur und Gott und zu anderen Menschen.

Die beispielhafte Aufzählung der Abstrakta und Werte lässt in Umrissen erkennen, was die Welt und mit ihr die Menschen bewegt. Sie umreißen fundamentale Dimensionen menschlicher Existenz und werfen Fragen auf, mit denen sich alle Menschen, unabhängig von ihrer Zeit und kulturellen Herkunft, auseinandersetzen müssen. Sie sind insofern universell und beleuchten die existenziellen Sinnfragen des Menschengeschlechts.

Ich bin mir bewusst, über einen Aspekt des Lebens zu schreiben, den viele große Geister in ihrer jeweiligen Zeit bereits durchdacht und theoretisch und praktisch durchleuchtet haben. Was kann ich dem hinzufügen? Mein Ansinnen ist nicht, diese jeweiligen Denksysteme in Bezug auf ‚gutes Leben‘ weiter zu entwickeln, zu korrigieren oder zu widerlegen. Mir ist etwas anderes im Sinn. Ich möchte sie zusammenführen und gemeinsam mit ihnen meine eigenen Gedanken zu diesem Thema entwickeln und systematisieren. Dazu nutze ich deren mir wichtig erscheinenden Erkenntnisse, Denkansätze und Forschungsergebnisse, verbinde sie mit meinem subjektiven Erkenntnisinteresse, meinem eigenen Wissen und meinen subjektiven Erfahrungen und versuche, das so neu verbundene Ganze zur Sprache zu bringen – wobei das Zur-Sprache-Bringen, das Schreiben zwei Freuden vereint: zu sich selbst und gleichzeitig zu vielen anderen sprechen zu können.

Was ein Leben zu einem guten Leben macht, ist die Liebe, das Vertrauen, die Zuneigung und Nähe von und zu Personen, die Erfahrung eroberter Freiheit und erlebter Gerechtigkeit. Was irritiert und entrüstet, ist u. a. die schreiende soziale Ungerechtigkeit, die zunehmende Rücksichtslosigkeit, die Armut, der Hunger und das unmoralische Vermögen der Reichen dieser Welt.

Auf dem Hintergrund dieses Erlebens, der Unsicherheit, der mangelnden Gerechtigkeit, der offensichtlichen Diskrepanzen und Widersprüchlichkeiten der Welt und existierender Lebensformen, denen jeder Mensch mehr oder weniger ausgesetzt ist, ergeben sich weitere Fragen, die ich in dem Buch aufgegriffen habe: Wie sehen die hegemonialen Produktions- und Konsummustern aus, die in unsere allgemein akzeptierten und institutionell abgesicherten Alltagspraktiken und Lebensweisen eingebettet und oftmals dem Bewusstsein entzogen sind? Welche Vorstellungen von gutem Leben, von Entwicklung und Fortschritt sind damit verbunden? Welchen Herausforderungen ist der Mensch ausgesetzt und wie kann er in Anbetracht des ständigen Wandels und existenziellen Unsicherheiten sein prekäres Leben bewältigen? Was ist eine richtige und falsche Betrachtung, das richtige und falsche Tun, gelungener und nicht gelungener Umgang mit dem Leben?

Die Welt, in der wir leben, ist von Individualismus, Globalisierung, Digitalisierung und einem damit einhergehenden fundamentalen Wandel geprägt. Die Ungewissheit der Zukunft führt zu Unsicherheit. Vertrauen und Gemeinschaft wären die wichtigsten Mittel, um dagegen anzukämpfen. Haben wir dieses Vertrauen, können wir uns auf die Gemeinschaft verlassen? Obwohl ich mit dem Verfassen des Textes zu diesem Buch lange vor der Covid-19-Krise begonnen habe, tritt jetzt gerade zu diesen allgemeinen Faktoren diese fundamentale Krise und verstärkt die in dem Buch thematisierten Ungewissheiten. Die Angst vor dem Virus beherrscht die Politik und die Gesellschaft und verstärkt den Zwang, unter Unsicherheit handeln und leben zu müssen. Diese Jetztzeit ist geprägt von massiven Beschneidungen der Freiheit, deren Wichtigkeit man sich erst richtig bewusst wird, wenn man sie verloren hat.

Die Welt ist in Gefahr, nicht nur Anbetracht der Katastrophe der Covid-19-Pandemie, die uns die Zerbrechlichkeit unserer Welt vielleicht im besonderen Maße ins Bewusstsein zu rücken vermag, sondern auch wegen der drohenden Klimakatastrophe und der verheerenden Bilder von Dürre, Flucht, Armut und Vertreibung. All dies macht deutlich, wie weit wir entfernt sind von dem, was gutes Leben definiert. Ich muss mir deswegen die Frage gefallen lassen, wie ich angesichts des globalen Zustands unserer Erde über gutes Leben schreiben kann: Millionen Menschen, die Wasser bräuchten und nicht Worte! Kann man ohne Scham über gutes Leben nachdenken, wenn es vielen ums nackte Überleben geht, wenn sie nicht wissen, wo sie schlafen können und Angst haben, ob sie die Nacht überleben - wenn also so etwas wie gutes Leben für sehr viele Menschen so unendlich weit entfernt scheint? Macht das Denken und Schreiben über Freiheit, Gerechtigkeit, Demokratie und Solidarität deren Elend kleiner? Es wäre vermessen, das zu glauben. Aber der skizzierte Hintergrund eines schlechten Lebens führt drastisch vor Augen, wie die Welt nicht sein soll und macht die Sinne sensibler und offener für mögliche neue Entwicklungen.

Es zwingt den Menschen, über Existenz und Wesen des Menschen, über das Gemeinschaftliche aller Menschen und die Sinnhaftigkeit menschlichen Seins nachzudenken und Alternativen zu entwickeln, die eine Antwort auf die Frage geben können: Was ist im Leben wichtig, was bedeutet gutes Leben, welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, ein gutes Leben führen zu können, und was hindert uns an diesem Vorhaben?

Wie ich oben bereits sagte, nehme ich dabei eine bestimmte Perspektive ein, in der sich immer auch subjektive Überzeugungen und Einsichten spiegeln. Diese Subjektivität soll jedoch nicht als Relativierung des objektiven Wahrheitsgehalts der Erkenntnisse verstanden werden, sondern ist Ausdruck meiner erkenntnistheoretischen Position, nach der es keine absolute Gewissheit geben kann und sich Irrtümer niemals ausschließen lassen, da alle Erkenntnisse nicht endgültig verifiziert, aber gegebenenfalls widerlegt werden können.

 

Frankfurt, im September 2020          Henning Schramm


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