"Lesempfehlung für das Jahr 2021."

(Herbert Kramm-Abendroth)

... und auch für 2022.

 

Das Buch öffnet die Augen für das, was wichtig ist im Leben.
"Wenn wir Neues schaffen wollen, müssen wir uns von dem bloß passiv-betrachtenden Denken, dem Zukunft fremd ist, lösen. Wir müssen den Willen zum Verändern der Welt,in der wir leben aufbringen und den Mut haben, unser Wissen und Denken auf die noch ungewordene Zukunft ausrichten."
(aus: GUTES LEBEN, S. 330)

 

Anlässlich des Inter-nationalen Frauen-tags am

8. März 2022 empfehle ich den Roman: Warum nicht die Wahrheit sagen.

»Ich bin eine Frau. Ich fürchte den Tod und eure Marter. Aber ich habe kein Schuld-bekenntnis zu machen. Ist nicht die Meinungs-freiheit dem Menschen als wertvollstes Erbe geweiht?«

So verteidigte sich Olympe de Gouges vor dem Revolutionstribunal in Paris. Eine kompromisslose Humanistin, eine sinnliche, lebenslustigeund mutige 

Frau, die der Wahrheit unter Lebensgefahr zum Recht verhelfen will und als erste Frau in der Geschich-te  auch für das weibliche Geschlecht die Bürger-rechte einfordert. Die Zeit vor und während der Französischen Revolution gewinnt in dieser historisch-authentischen Gestalt Lebendigkeit und atmosphärische Dichte.

 

Piano Grande
Ein Roman über die Liebe in Zeiten der Krise.

Der Roman Piano Grande

zeichnet ein eindringliches Porträt des ersten Jahr-zehnt dieses Jahrhunderts, in dem die Finanz- und Wirtschaftskrise die Welt an den Rand des Abgrunds brachte.

Der Roman wirft auf dem Hintergrund einer großen Liebesgeschichte "einen sezierenden Blick auf die Gesellschaft und ihre Eliten..., die die Welt im Jahr 2008 in eine wirtschaftliche Kata-strophe geführt haben ..." (Wetterauer Zeitung)

 

Als vertiefende Ergänzung zu dieser Wirtschafts- und Finanzkrise empfehle ich Ihnen meinen Essay: Demokratischer Marktsozialismus. Ansätze zu einer bedürnisorientierten sozialen Ökonomie.

 

(Käthe Kollwitz)

 

Was ist das für ein demo-kratisches System, das unfähig ist, den Mord-versuch vom 13. Februar 2021 an ihrer Demokratie zu ahnden?

Unter Nice-to-now habe ich für Sie die Rede von Trump zur Wahl und den Sturm auf das Kapitol zu-sammengestellt.

 

Besuchen Sie auch meine Autorenseite Henning Schramm  auf Facebook. Ich würde mich freuen, wenn sie Ihnen gefällt.

 

Ich möchte mich auch über das rege Interesse an meiner Homepage mit über 280.000

Besucherinnen und Besuchern bedanken.

Lyrik von Henning Schramm

 

 

 

Nachfolgend eine kleine Sammlung

meiner lyrischen Texte

 

Inhaltsverzeichnis

- Ein Gefühl nur ...
- Der Sommer steht im Wind
- Großstadtleben
- Liebesglück
- Der Geschlechtsakt
- Neues Leben
- Scio sum
- Glück
- Furcht vor der Angst
- Du und Ich
- Die 'Fett Gret' im Winter
- Freiheit
- Ein Tag am Meer
- Waldspaziergang
- Die Wand des Kerkers
- Emotionen

 

_____________________________________________

 

Ein Gefühl nur …

 

Ein Gefühl nur, aber evident

Es wertet durch Lust und Leid
Mein Wünschen und Wollen
Meine Erinnerungen und Erfahrungen
Und gestaltet den Pfad
In mein Selbst
Und durch das Leben

 

Ein Gedanke nur, aber deutlich und klar

Geformt durch Erinnerung und Empfinden
Weist er den Weg zur Selbsterkenntnis
Zu sein, was ich kann
Um zu erkennen, wer ich bin

 

Ein Wort nur, aber sehr prägnant

Erschaffen über Äonen
Geprägt von Generationen
Bedeutungsschwanger
Pflanzt es sich weiter fort
Gestern noch Pein
Heute Balsam

 

Ein Satz nur, aber unvergänglich

Von einem weisen Menschen
Gezeugt und geformt
Und in die Welt entlassen
Auf ewig dort verankert

 

Ein Tun nur, aber manifest

Entlässt die Gedanken und Gefühle in das Leben
Es hebt die Distanz auf zwischen mir
Und dir
Und der ganzen Welt

 

HS

 

Der Sommer steht im Wind

 

Der Sommer steht im Wind
Lustvoll atmet die Erde

Die Wolken ziehen respektvoll nach Osten
Und berühren das gedankenvolle Land in der Fern

Schwangere Lüfte greifen nach den Resten des Tages
Wissend um die erwartungsvollen Leiber

Fürsorglich legt sich die Nacht über die erwachten Sinne
Und vereint das getrennte Empfinden

Der Sommer steht im Wind
Geeint atmet die Erde

 

H S

 

Großstadtleben

 

Fahles Grau rüstet für die Ewigkeit
Schwarzes Feuer verdunkelt die Nacht

Verpackt irrt die Liebe durch kaltes Beton
Ängstlich gleitet das Verlangen auf Schienen

Mahnende Denkmäler, tot geboren
Züngelnde Obelisken, beharrlich mahnend

Großmäulig flüchtet die Sehnsucht in gläserne Paläste
Geometrie zerschneidet die Hoffnung in Stücke

 

H S

 

 

LIEBESGLÜCK

 

Ein Augenblick,
eine flüchtige Berührung,
ein gemeinsamer Gedanke,
ein plötzliches Gefühl von Verbundenheit,
eine Explosion der Sinne.

Wie eine unbeherrschbare Flammensäule
brennt sich Verliebtheit in den Körper ein,
berauscht den Geist,
tötet das Denken.
Ein einziges Geben, kaum ein Nehmen.
Kein Gedanke an Morgen und an Gestern.
Genährt nur von Sinnesrausch und Entzücken.
Ein Gefühl des Schwebens im luftleeren All
im atemlosen Sein des schwerelosen Jetzt.

Glutrot der Mund, der verliebt dich küsst.

Gestützt von der absoluten Gewissheit,
gebändigt von der Klarheit des Fühlens und Denkens,
geformt vom überdauernden Geben und Nehmen
geprägt durch die Übereinstimmung
von Gefühl und Denken
von Gestern, Heute und Morgen
speist sich die Liebe
aus Dauer
aus Vertrauen
aus Fairness
aus Freiheit.

Angetrieben von unendlicher Energie
und ohne den blendenden Schein der Verliebtheit
beginnt mit ihr, dem Urknall gleich,
eine aufregende, unbekannte Reise
durch das grandiose Universum des Lebens.
Auf sanften Wellenbergen
beschirmt sie das menschliche Sein,
lässt es nach den Sternen greifen,
gibt ihm neue Impulse
und entfacht ein ewig funkensprühendes Feuermeer
in der Körper, Geist und Seele verschmelzen
und eins werden.

Die Wahrheit vor Augen
lässt sie keine Zweifel zu.
Im Wissen um ihre Unverfügbarkeit
und ihrer Unbedingtheit,
im Vertrauen auf sich
und der Achtung des anderen
vereinen sich Zweiheit
zu einer Einheit in Freiheit.

Liebe lebt im Wir.
Sie ist die Gegenwart des Anderen,
sie überwindet die Endlichkeit des Ich,
überlebt im Anderen,
getragen von
Mitgefühl, Geborgenheit, Innigkeit und Verständnis,
geleitet von
Sehnsucht, Leidenschaft, Wille und Hoffnung,
beglückt durch
Begehren, Lust, Hingebung und Erfüllung,
gefestigt durch
Selbstachtung, Würde, Wertschätzung und Solidarität.

Rubinrot der Mund, der Liebe flüstert.

 

        H S

 

 

Der Geschlechtsakt

Zwei DNAs, recht eng umschlungen, beginnen zu vibrieren,
Adenin und Cytosin vereinen sich ganz still und leise
Mit Thymin und Guanin auf eine ganz besonders hübsche Weise
Um sodann als Doppelhelix im neuen Festkleid zu brillieren.

 

HS

 

 

Neues Leben

 

Das Ende der Behaglichkeit
ist merkbar zu jeder Gelegenheit.
Die Beengtheit wird zur Bürde,
aber du nimmst mit Mama jede Hürde.
Der Ruf nach Freiheit
dringt fühlbar durch den Mutterleib,
doch du lässt dir Zeit.

 

Die Zweifel liegen dir im Magen
und du plagst dich mit der Frage aller Fragen:
soll ich weiterhin hier im Geborgenen verweilen,
oder lieber die Zeit mir in der Welt vertreiben.
Niemand hat mich gefragt unterm Himmelszelt,
ob ich leben will in dieser Welt.

 

Ich kann dich gut verstehen,
ich hatte damals ähnliche Ideen.
Überlege gut, was du auch immer tust,
damit du später nicht über dich und die anderen fluchst.

 

Unfreiwillig hineingeboren in diese fremde Kinderwelt,
ausgestattet mit nichts als dem Willen zum Leben,
bist du verdammt zur Freiheit und auf dich allein gestellt,
musst das, was du sein willst, selbst dir weben.

 

Viele Jahre ist das nun her
und mir ist‘s, als ob es heute wär.
Die Welt hörte plötzlich auf zu atmen und stand still.
Dann stürzte sie sich auf mich mit Gebrüll.

 

Menschenkinder werden seit tausenden von Jahren geboren,
millionenfach geschieht es täglich auf dieser Welt,
doch der Mensch, der es erlebt, der fühlt sich auserkoren
und gleichzeitig ist er so angespannt wie in einem Minenfeld.

 

Einem Urknall gleich fliegt die Welt mir um die Ohren,
ich fühle mich zunächst noch hilflos und verloren.
Nichts mehr ist so wie vorher,
die Welt erscheint in neuem Licht und ist nicht mehr leer.
Der Blick auf die Dinge verändert sich rapid und wird genauer,
nicht nur in diesen ersten Jahren, sondern auch auf Dauer.

 

Ich sehe dich im Bettchen liegen,
die Augen zusammengekniffen mit skeptischer Stirn,
die Händchen geballt zu kleinen Fäusten,
ich nehm dich in meine Arme mit Vergnügen.

 

Du schaust erwartungsvoll und etwas bang,
gerade mal einen halben Meter groß,
ungläubig deine Eltern an
und fragst dich, was soll ich hier bloß.

 

Als du die Welt betratst, war sie schon da,
du konntest dich nicht dagegen wehren.
Und wenn du wieder gehen wirst, das ist klar,
wird sie sich ebenfalls wenig um dich scheren.

 

Doch deine Skepsis verliert sich schnell.
Die Zuversicht wird essenziell.
Dein Blick öffnet sich und ist weltzugewandt.
Große schwarze Augen betrachten die neue Welt gebannt.
Die Haut ist weich wie Samt und pfirsichfarben,
sie duftet frisch nach Moos und schmeckt nach Wohlbehagen.

 

Bald wirst du nun auf eigenen Beinen stehen.
Der Blick wird in die Ferne streifen,
die Hände werden nach den Sternen greifen
und du wirst eigne Wege gehen.

 

Du wirst dich fragen, wer du sein willst
und versuchen zu sein, der du bist.
Lass dir nicht sagen, wer du sein darfst,
sondern bestimme selbst, was zu dir passt.

 

Dabei kannst du auf unsere Hilfe bauen, ob heute oder morgen,
du hast ein Geburtsrecht darauf, dass wir für dich sorgen,
dass wir Verantwortung für dich übernehmen
und dir Bestätigung und Liebe geben.

 

Dies alles machst du uns sehr leicht,
allein mit deinem Dasein in unserem Leben.
Du hast uns deine Hand gereicht,
ein Blick von dir lässt unsere Herzen beben,
dein erstes Lächeln uns im siebten Himmel schweben.

 

Die Welt liegt vor dir hell und klar.
Du musst nun selber forschen,
selbst in dich reinhorchen,
was alles ist machbar.

 

Doch auf der Erden Weite
lebst du an unsrer Seite
für dich und andere.
Mal freudig, mal verletzt
gehst du durchs Leben jetzt
wir werden an dich denken.

H S

 

 

Scio sum

 

Ich weiß,
ich bin.
Es ist mein unwiderlegbares,
gesichertes Wissen.
Aber weiß ich,
wer ich bin?

Ich bin,
was ich fühle,
was ich wünsche,
was ich will,
was die Vernunft mir sagt
und mein Herz fordert,
was ich entscheide,
was ich tu.

Ich bin, aber ich habe mich nicht.
Ich werde erst
im Denken,
im Bewusstsein,
was andere von mir denken,
was ich von mir denke,
was ich über andere denke.

Ich bin, was ich denke.
Ich denke,
was ich bin,
was ich nicht bin,
was ich sein möchte,
was ich werden soll.

Wenn ich denke, bin ich,
durchdrungenvon meinen Gefühlen,
meiner Sprache,
meinem Wissen,
meinem Verstand,
meiner Vernunft,
von meiner Vorzeit,
meinem Jetzt-sein,
meiner Hoffnung.

Ich suche denkend
und sprechend
die Wahrheit
über mich
über dich
über uns.

Ein Denken im Widerspruch
zwischen
unbedingter Selbstbestimmung
und der Anerkennung der Bedingtheit
der Freiheit des Selbstentwurfs
durch Geschichte, Kultur und
den anderen Menschen.

In das Wissen, nichts sicher zu wissen,
schieben sich Zweifel.
Zweifel an mir,
an meiner Selbstgewissheit,
an meinem Denken,
an der Wahrheit.

Einer Wahrheit im Lichte
der Ungewissheit des Wissens,
pulsierend zwischen
zureichendem und unzureichendem
Für-Wahr-Halten.

Wahrheit als das Ins-Licht-Geholte.
Wahrheit als immerwährende Auseinandersetzung
zwischen dem,
was im Lichtkegel der Wahrheit sichtbar ist,
und dem,
was in deren Lichtschatten verborgen bleibt.

Wahrheit
als Ausdruck des noch nicht widerlegten Irrtums.
Wahrheit,
die Dissonanz und Widerspruch erträgt.

Wahrheit als innerer Kampf zwischen
dem Selbst und den anderen
Selbst- und Fremdbestimmung
Denken und Gehorchen
Freiheit und Unterdrückung
Mut und Unterordnung
Verstand und Neigung
Integrität und Korruption
Offenheit und Begrenzung
Urteil und Vorurteil.

Im Wissen der Grenzen von Wahrheit und Denken
entfalten sich Träume, Fantasie und Hoffnungen.
Sie befreien das Denken vom Wissen,
sie machen Nicht-Wissendes dem Denken zugänglich
im Glauben an die Möglichkeit
im Glauben an die Zukunft
im Glauben an sich selbst.

 

H S

 

 

Glück

 

ein Gefühl nur
nicht zu greifen nicht zu erjagen
federleicht und schwebend
erhaben befreit von aller Schwere

des Glückes Blick
vom lichten Gipfel in die stille Ferne
gespiegelt in der Augen Glanz
verzaubert die Herzen

sich erhebend in den Äther
schweift das Glück in die Zeitlosigkeit
befreit vom Denken
und dem Gewicht die Erde

des Glückes flüchtiges Bewusstsein
eingetaucht in die Stille des Sees
bewegungslos
unergründbar tiefgründig

glitzernd und funkelnd
erhellt das Glück das Gemüt
bedeutsam und schrankenlos
krönt es der Seele Sehnsucht

Glück
zu haben, was ich wünsche
zu sein, was ich will
zu denken, was ich kann

ein Gefühl der Unendlichkeit,
gewährt, ohne zu fordern,
eine Ahnung, die an Höhe wett macht,
was dem Glück an Dauer fehlt

ein Empfinden der Schönheit
ein Verspüren der Erhabenheit
eine Erinnerung an Geborgenheit
ein Erleben von In-Sich-Sein

genährt vom Maß
angeregt vom lassenden Denken
inmitten der liebevollen Schwestern
Ekstase und  Zufriedenheit

einem reißenden Fluss gleich
überschäumend unersättlich
betäubend erregend
lebt die Ekstase im Augenblick

über die Ufer tretend
fordernd und maßlos
wird sie getragen
von glutvollem Außer-Sich-Sein

gleich einem leise dahinfließendem Strom   
fließt die Zufriedenheit gelassen
und behaglich durch die Zeit
und hat an Länge, was ihr an Höhe fehlt

eine Welt im Gleichgewicht
voll Hoffnung
Zuversicht
gleichmütigem In-der-Welt-Sein

Glück, Ekstase und Zufriedenheit
sind nicht die Herrscher der Welt
stets lauert deren Widersacher
des Menschen Glück zu stören

die Angst drängt sich in das Leben hinein
lähmend leidvoll und vernichtend
die Verzweiflungstat vor Augen
überwältigt von ihrer Macht

Angst bedroht des Glückes Existenz
der Verzückung süßes Leben
der Zufriedenheit heiteres Empfinden
und tötet alle Lebensfreude

In geschwisterlicher Eintracht nur
ist sie in die Knie zu zwingen
sich zu beugen
vor des Lebens Schönheit
und dem Glück, zu sein

 

H S

 

Furcht vor der Angst

 

Der Mensch kann den Tod abstrakt antizipieren,
denn er läuft dem Menschen immer voraus.
Aber leider weiß er nicht, wann er sich uns zeigt
und das ist ihm ein Graus.

Heidegger, Kierkegaard und andre große Denker
sehen dies als Störung unserer Grundbefindlichkeit,
als Urgrund unserer Angst
und Zumutung des Gedankens der Freiheit.

Angst, hat sie den Menschen einmal in Besitz genommen,
ist nicht greifbar und doch da.
Sie lebt in uns als Gefühl,
unheimlich und bedrohlich
und trotzdem vertraut und wahr.

Wir können dieser Angst weder entgehen,
noch sie einfach missachten.
Wir müssen uns mit ihr arrangieren,
sie annehmen, konkretisieren
und genauer betrachten.

Wir können kämpfen gegen Krankheit,
Hunger und viele andere Nöte,
doch der Kampf gegen unsere Sterblichkeit
und ähnlichen unabwendbaren Dingen
ist sinnlos und gutes Leben kann so nicht gelingen.

Angst frisst sich in den Körper hinein
und zehrt ihn aus.
Gefühle werden von Panik attackiert,
die Seele entwickelt depressive Mutanten daraus.

Angst lässt sich mildern und überwinden,
wenn man für sich Gutes anvisiert
und Schönes reklamiert,
wenn Herzen sich verbinden und man sich selbst vertraut –
oder auch, wenn man die Ursache und den Grund durchschaut.

Angst zeigt sich bei den Menschen nur.
Ein Gefühl bloß, nicht dinglich gebunden und meist vage.
Furcht dagegen ist konkret und materiell.
Sie ist in Tier und Mensch existent,
zielgerichtet und evident.

Furcht vor der Angst, die nur abstrakt im Denken existiert,
aber nachdrücklich unser aller Befindlichkeit regiert,
sie mündet in einen Kampf,
der ewig brennt und nur Verlierer kennt.

Soll der Mensch gegen solch ein Abstraktum
mit Furcht sich wehren?
Oder wär es nicht besser
das Vertrauen in sich selbst zu mehren?

Der Mensch kann der Angst den Boden entziehen,
indem er seine Furcht auf Sachverhalte richtet,
die greifbar und benennbar sind
und diese bekämpft und schlichtet.

Doch auch das, wovor man sich fürchtet, sei wohlbedacht.
Allzu schnell zieht man sich des Spießbürgers Kleider über
und hat Furcht vor Handlungen und Dingen,
vor denen ein couragierter Mensch sich nicht fürchten muss
und die, wenn man sie anpackt, gelingen.

Hab also keine Furcht dich zu wehren
und auch keine Furcht vor der Angst.
Gib zu, dich zu fürchten vor Not und Pein,
Fürchte dich nicht, nicht allwissend oder fehlerhaft zu sein.

Es bleibt genug zu fürchten übrig,
sei es vor Dummheit und Intoleranz
vor Macht, Gewalt und Sklavenhalter,
oder auch vor der Vergesslichkeit im Alter.

Furcht auch davor,
die Freiheit und die Zukunft zu verlieren,
ohne Schutz zu sein und ohne Gerechtigkeit,
ohne Respekt, Vernunft und ohne Mündigkeit.

Der Mensch muss Gefahren differenzieren
und Risiken beurteilen und diskutieren.
Er kann manchmal so tun, als gäbe es sie nicht,
aber er kann sie nicht auf Dauer aus dem Leben verbannen,
sie gänzlich verdrängen und ohne sie planen.

Furcht schmerzt und tut manchmal weh,
aber sie hat auch ihre guten Seiten.
Sie mahnt uns zur Vorsicht und Achtsamkeit,
gibt uns Mut und lehrt uns Tapferkeit.

 

H S 

 

 

Du und ich

 

Ich bin der Mond, der dir im Dunkeln leuchtet
Ich bin der Wind, der dich streichelt
Ich bin die Sonne, die dich wärmt
Ich bin das Wasser, das dir Leben schenkt
Ich bin der Stern, der dir den Weg zeigt
Ich bin das Feuer, das in dir brennt

Du und ich
Wir sind aus den gleichen Elementen gezeugt
Ins Leben geworfen
Zum Mensch emporgehoben
Wir werden zu unserem Ursprung zurückkehren
Und in der Erden Schoß auf ewig vereint sein

 

H S 

 

 

Die ‚Fett Gret‘ im Winter

 

In der Freßgass in Frankfurt am Main
liegt prall und keck ein Weib aus Marmor formiert

den Po gen Himmel gestreckt und ganz ohne Pein
schaut sie uns nackt an und friert

H S 

 

 

Freiheit

 

Freiheit

  in der Einsicht der Möglichkeiten

    in der Verantwortung für sich und andere

      in der Erkenntnis von Vernunft

        im Bewusstsein der Endlichkeit

          im Wissen des Wofür und Wozu des Lebens

            in der Gestaltung des eigenen Lebens

              im Streben nach gutem Leben

            im Erfassen der inneren und äußeren Grenzen

          im Verstehen der Notwendigkeit

        in der Kenntnis der Wesenheit des Menschen

      in dem Erkennen, wo man aus Schwäche blind war

    im Begreifen der Möglichkeit des Scheiterns

  in der Wahrheit, dass ein Irrtum möglich ist

in der Gewissheit, dass Freiheit niemals herrscht

 

H S 

 

 

Ein Tag am Meer

 

Hörst du das Meer und den Wind?
Schmeckst du das Salz auf deinen Lippen?
Spürst du die Gischt auf deiner Haut?

Empfindungen verwandeln sich in
Träume,
Hoffnungen,
Leidenschaften,
Begierden,
Wünsche.
Sie machen sich breit in dir.
Sie schwärmen aus in die Welt
und streben nach Erfüllung
in unbedingtem Willen.

Die Sonne verschwindet hinter dem   Horizont,
blutrot,
greifbar nah,
erhaben.
Silberne Blitze
tanzen über die Wellenkronen.
Im Zwielicht des erlöschenden Tages
bedrohlich schwarz das Wasser,
aus dem die Hirngespinste
und ikonenhafte Erinnerungsbilder
schimärenhaft emporsteigen.

Die Nacht schwindet.
Gedankenschwer wird der Wunsch,
der aus den frühen Nebeln sich erhebt.
Am Morgen dann Klarheit.

Aus der Sinnen Schaum gezeugt
und gestaltet von der Erkenntnis
formen sich Einsicht und Vernunft
und streiten um Kopf und Herz
um Gefühl und Verstand.

Was will ich?
Was will ich nicht?
Was bin ich?

Das Wollen verlangt ein Urteil
von dir, über dich.
Für und wider.
Aus dir kommend und in dir seiend,
an dein Sein und dein Denken gebunden,
so wie Erde, Sonne und Kosmos
seit jeher verbunden sind.

Eingespannt zwischen Körper und Geist,
im Gespräch mit dir und der Welt,
dessen Teil du bist,
muss du abwägen,
deinen eigenen Weg finden
zu dir und zu den anderen –

folgend den Geboten in dir,
fordernd die Freiheit außer dir.

Salz würzt die Luft,
Feiner Sand rieselt durch die Hand,
die helle Sonne steht hoch am Himmel.

Die Gedanken gewinnen an Deutlichkeit,
fordern eine Entscheidung.
Sie drängen zum Handeln,
gelüsten den Stillstand zu überwinden
und Verantwortung zu tragen.
Des Willens Begehren
im Tun vollenden  –

bevor die Sonne fahlgrau
im Dunst der Dämmerung
hinter dem Horizont entschwindet.

 

H S 
 

 

Waldspaziergang

 

Der Wald raunt still

auf eigne Art und Weise,

der Sonne Strahlen scheinen

silbrig durch den Tann,

Der Nebel milchiges Weiß

zieht sanft vom Tal bergan.

 

Des Wanderers Blick

kehrt sich nach innen

und öffnet ihm sein Herz.

Er schaut der Liebsten Seele,

die sich ihm entgegenstreckt

und liebevoll umfängt.

Seine Augen strahlen Glück

und sagen ihr auf diese Weise still

wie er dich liebt und will.

 

H S 

 

 

   Die Wand des Kerkers

 

Das Denken ist die Wand des Kerkers,
in dem das Sein gefangen ist.

Die Wände zu entdecken,
ist unser Werk ein Leben lang.

Doch wenn sie erkannt,
so werden sie zu Wachs in unsern Händen
und erweitern Herz und Denken.

 

  H S 
 

 

 

Emotionen

 

Wenn ich an dich denke
     Wärmt es mich

 Wenn ich dich fühle
                Glühe ich

                      Wenn ich dich berühre
                           Verbrenne ich

 

        Wenn ich dich verliere
              friere ich

 

                                                            H S 
                                                        


Druckversion Druckversion | Sitemap
© Henning Schramm